Spitaler des Monats

„Wir wollen den Ausbildungsschwerpunkt 2017 auf die Technik legen“

Nach über 22 Jahren als Kommandant gibt Walter Kracmar die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Spital am Semmering in jüngere Hände. Peter Kracmar, 33 Jahre, technischer Angestellter, übernimmt damit die Wehr die im Jahr 2016 über 12.000 freiwillige Stunden für die Sicherheit der Spitaler Bevölkerung aufwendete.

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SpaS-Blog: Lieber Walter, lieber Peter – wie sieht euer idealer Sonntag aus?

Walter Kracmar: Gut frühstücken, Vormittags Rad fahren, danach Mittagessen, am Nachmittag ausruhen und den Tag ausklingen lassen.

Peter Kracmar: Relativ früh aufstehen, zur Feuerwehr raus, Post bearbeiten, Kaffee trinken & zusammensitzen, zu Mittag essen und nachmittags alles ruhig angehen lassen.

SpaS-Blog: Walter, du warst 22 Jahre Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Spital, was waren deine Highlights in den letzten Jahren?

Walter Kracmar: Zuallererst mal: Danke, dass ich Kommandant hab werden dürfen und das viel geschehen ist. Wie ich angefangen habe, waren wir ein kleiner Haufen, aber jetzt haben wir uns raufgearbeitet und sehr viel geschafft. Das um und auf war das neue Rüsthaus. Hier ist die ganze Mannschaft mitgezogen und hat geholfen, weil alleine ist man niemand und das macht mich schon stolz. Die Wehr steht gut da, aber es muss immer weiter gearbeitet werden.

SB: Wie war die Anfangszeit für dich?

WK: Die Anfangszeit war ganz schwierig, weil mein Vorgänger Josef Metzler leider plötzlich bei einem Einsatz verstorben ist und ich das Amt von heute auf morgen übernehmen habe müssen. Ich muss ehrlich sagen: Durch das Glück, dass unser Kassier bereits lange Zeit tätig war und schon viel gewusst hat, war er mir eine große Hilfe.  Es war sicherlich eine harte Zeit, denn ich musste mir in den ersten Jahren sehr viel erarbeiten.

SB: Das größte Fest der Gemeinde, der Kirtag, hat sich in den letzten Jahren verändert. Wie siehst du die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten?

WK: Wie der Kirtag damals ausgesehen hat und heute, da hat sich gewaltig viel getan! Damals war nicht viel Geld da. Wir haben immer wieder Gerätschaften und Wägen angeschafft, um uns die Arbeit zu erleichtern bzw. das Service und die Qualität zu erhöhen. Wenn man sich heute die Lebensmittelkontrolle ansieht, brauchst du sehr vieles. Das geht nicht von heute auf morgen, aber über die Jahre haben wir das geschafft. Der Kirtag ist für uns aus finanzieller Hinsicht enorm wichtig und nicht mehr wegzudenken.

SB: Finanzen, Gemeinde, Rüsthaus-Neubau. Da gab es ja zahlreiche Pläne. Wie bist du mit dem jetzigen Ergebnis zufrieden?

WK: Wenn man sich das anschaut, wie groß das ursprünglich geplant worden ist – mit Räumlichkeiten, Veranstaltungszentrum und so weiter – da war es sicherlich im Nachhinein nicht schlecht, dass das Land nein gesagt hat. Wer weiß, ob wir das gestemmt hätten. Die Planung des Rüsthauses war perfekt, auch dank der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Pajduch. Ich habe am Baubeginn neue Arbeitsschuhe gekauft, dieses waren bis zum Ende des Bauens kaputt. Ich war in meiner Freizeit jeden Tag da und auch mein Stellvertreter Ferdinand Bierbaumer hat die Freizeit für den Bau geopfert, sowie auch die gesamte Mannschaft. Wir haben vieles selber gemacht und so der Gemeinde doch viel Geld erspart. Es geht auch nur so – miteinander! Es waren weit und breit schon viele Leute da, um das Rüsthaus zu besichtigen und alle waren begeistert. Der Bau ist zweckmäßig. Wir brauchen keine Verschnörkelungen, die viel kosten. Wenn man sich den Grund früher angesehen hat und das Ergebnis jetzt, da sind wir schon ein Aushängeschild für Spital.

SB: Deine Übergabe ist kein Monat her. Ist es dir schwer gefallen zu übergeben?

WK: Es ist schon eine Umstellung. Der Peter hat EDV-mäßig schon vieles gemacht und auch im Bereichsfeuerwehrverband (Anm.: Einzugsgebiet des ehem. Bezirk Mürzzuschlag) hat er schon viele Leute kennengelernt. Und ja, es ist so, die 22 Jahre sind schnell vergangen und vor 5 Jahren habe ich gesagt: „Es wird die letzte Periode sein.“ Ein neues Kommando bedeutet auch neue, gute Ideen, sie arbeiten bereits fleißig, was mich sehr freut. Ich war schwer zufrieden, aber vielleicht wird es sogar noch besser. Wir haben gemeinsam viel erreicht und einen guten Stamm aufgebaut. Hier gilt der Dank auch meinem Stellvertreter Ferdinand Bierbaumer und dem Kassier Walter Perner sowie der gesamten Mannschaft. Ich bin froh das wir so viel Jugend haben, die sich auch nach vorne stellt, was nicht überall so ist. Es rennt gut und sollte auch so weiter gehen.

SB: Übergang zum neuen Kommandanten: Peter, grundsätzliches zu dir: Warum bist du zur Feuerwehr gegangen und was war dein Grund Mitglied zu werden?

Peter Kracmar: Eingetreten bin ich 1995. Also bin ich auch schon seit 22 Jahren dabei. Damals war es ein Hype, es war ja viel Jugend in der Gemeinde. Das war auch weniger familiär bedingt. Es sind die Freunde, Bekannte und Nachbarn dazu gegangen und wie man weiß, war es die Blütezeit der Jugend. Da hatten wir 14, 15 Jugendliche in der Wehr. Da habe ich nicht lange überlegt, und wollte das auch.

SB: Dann kam ziemlich schnell der Übergang von der Feuerwehrjugend zum Jugendbeauftragten.

PK: Die Jugend lässt mich bis zum heutigen Tag nicht aus, ich habe ja nach der Jugend den direkten Übergang gemacht. Es war damals eine schwere Zeit, weil mein Vorgänger aufgehört hat. Ich war von 2001 bis 2017 Jugendbeauftragter der Feuerwehr. Wenn man zurück schaut, wie die Mannschaft heute von der Altersstruktur her dasteht, da kann man schon stolz auf die Jugend sein. Rund 50 % der aktiven Mannschaft haben wird aus der Jugend heraus in den letzten Jahren bzw. mittlerweile Jahrzehnten aufgebaut.

SB: Wann hast du das erste Mal mit dem Gedanken gespielt Kommandant der Feuerwehr zu werden?

PK: Wenn ich ehrlich bin noch nicht lange, ich muss dazu sagen: Als ich 2013 die Bereichsfeuerwehrjugend übernommen, und die damit verbunden Kurse besucht habe, war der Weg dahingehend ausbildungsmäßig geebnet. Da habe ich mir schon gesagt, ich könnte es für die eigene Wehr auch nutzen und mir vorstellen. Nachdem der Ausschuss und die Mannschaft an mich und meinem Stellvertreter Wolfgang Wallner herangetreten sind zu übernehmen, haben wir uns gemeinsam im Herbst 2016 dazu entschlossen zu kandidieren.

SB: Die Wahl fiel einstimmig aus. Was wird es für Änderungen, Pläne und Neuerungen in der Feuerwehr geben?

PK: Pläne gibt es natürlich viele, hier ist es aber noch zu früh darüber zu plaudern. Da in den letzten Jahrzehnten hervorragende Arbeit geleistet wurde und die Entscheidungen immer gemeinsam und einstimmig gefallen sind, war auch klar, dass wir speziell im Ausschuss nicht viel ändern wollen. Es macht mich schon stolz, dass es uns gelungen ist, das zurückgetretene Kommando als beratende Mitglieder im Ausschuss zu behalten – schließlich verfügen sie über große Erfahrungen.

SB: Als Abwanderungsgemeinde: Wie schwer ist es neue Leute zu einem Verein / zur Feuerwehr zu bringen. Wer ist die Zielgruppe, die ihr gewinnen wollt?

PK: Man muss eines sagen: Wenn einer als Quereinsteiger zur Feuerwehr geht, dann muss man den Hut davor ziehen, weil man in einem Jahr relativ vieles an Ausbildung erfährt. Quereinsteiger haben wir immer wieder. Dafür sind wir sehr offen, da werden wir sicherlich nicht nein sagen. Bei uns ist jeder willkommen! Die Zielgruppe für uns ist aber sicherlich die Jugend, das haben wir in den letzten Jahren gesehen. Wenn man eine Feuerwehr in unserer Größenordnung verglichen mit der Gemeindegröße sieht – 54 Mitglieder mit 49 aktiven Kameradinnen und Kameraden braucht man sich nicht zu verstecken. Da sind wir schwer zufrieden. Wobei wie gesagt jeder herzlich willkommen ist.

SB: Was steht im heurigen Jahr für die Feuerwehr Spital und für die Spitaler Bevölkerung noch an?

PK: Wir wollen den Ausbildungsschwerpunkt 2017 auf die Technik (Anm.: Darunter fallen zum Beispiel Fahrzeugbergungen, Menschenrettung und die Beseitigung von Umwetterschäden) legen. Die Brandausbildungen sind nicht zu vernachlässigen, aber den Fokus – die Übungen & Schulungen – wollene wir auf die Technik auslegen. Wir haben die S6-Tunnelkette, die Baulose des Semmering – Basistunnel sowie Landes und Bundesstraßen, da wollen wir uns weiter verbessern.

Veranstaltungstechnisch steht auch einiges an: Neben dem traditionellen Kirtag veranstalten wir heuer am 2. Juli den Bereichs – Jugendleistungsbewerb mit ca. 500 Jugendlichen am Sportplatz in Jauern. Das wird eine Riesenveranstaltung. Es ist die KRFS (Anm.: Kleinrüstfahrzeug Straße) Segnung noch ausständig. Wir erwarten auch eine neue LKW-Pritsche, denn die alte ist auch schon 20 Jahre im Dienst. Vielleicht gelingt es uns beide Fahrzeuge im Herbst zu segnen und auch der Bevölkerung die Chance zu geben, diese zu besichtigen.

Abschließend dürfen wir natürlich herzlich zum Floriani-Kirchgang am 7. Mai um 10:15 gemeinsam mit der Feuerwehr Steinhaus einladen. Und natürlich dürfen wir jetzt schon bitten, dass uns die Türen für die Haussammlung am Samstag den 6. Mai offen stehen.

SB: Danke für das Interview.

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