Spitaler des Monats

“Wir haben hier eine extrem geile Gegend”

Im mittlerweile sommerlichen Monat Mai trifft der SpaS-Blog auf den 44-jährigen Manfred Vielgut. Seines Zeichens Gründer des Kletterwaldes und zudem Motor hinter dem Wr. Neustädter Firmenlauf, der heuer über 3000 laufbegeisterte Menschen angezogen hat.

SpaS-Blog: Lieber Manfred, wir klettern hier gerade während des Interviews durch “deinen” Kletterwald. Schaut dein idealer Sonntag auch so aus? 

Manfred Vielgut: Naja, wenn ich mir meinen Sonntag so aussuchen könnte, würde ich bei schönem Wetter raus in die Natur gehen, wandern bzw. Bewegung machen und meine beiden Töchter mitnehmen. Sollte es nicht so schön sein, dann gibt es auch hin und wieder mal Extrem-Couching. (Anm.: Besonders spezielle Form des “Auf der Couch liegen”)

SB: Du warst ja vor deiner Selbstständigkeit Fahrdienstleiter bei der ÖBB, wie hat sich daraus der Kletterwald ergeben?

MF: Für mich war es nach 12 Jahren nicht mehr abwechslungsreich genug. Es war sehr monoton und auch die Nachtschichten haben mich körperlich hergenommen. Du kommst nach Hause und dein Nachbar beginnt mit dem Rasenmähen. Mein Traum war es aber immer schon ein Sportgeschäft zu eröffnen, jedoch war es damals schon so, dass es für kleine nicht einfach war. Also habe ich 2007 den Kletterwald als Idee geboren. Der Zuspruch war sehr groß. Damals waren wir noch einer der wenigen Anbieter überhaupt.

SB: Wer kommt zu dir in den Kletterwald?

MF: In den Sommermonaten meist Familien mit Kindern, auch Polterpartien, Pärchen und Firmen. In der Vor- und Nachsaison kommen sehr viele Schulen, die Projekttage für das gemeinsame Klettern nutzen.

SB: Ihr habt ja auch seit vorigem Jahr diese geniale Hütte hier hergestellt.

MF: Wir haben voriges Jahr, mit Einstieg von Peter Fahrner in die Firma unser Angebot erweitert. Wir haben nicht nur eine wunderbare Hütte, die die Firma Pink gemeinsam mit uns errichtet hat, wir haben hier auch ein kleines Bistro, das neben Getränken auch Snacks zu bieten hat. Das wissen die Leute leider noch zu wenig. Die Leute können sich beim Spazierengehen hier hersetzen und den Sportlern beim Klettern zusehen.

SB: Was macht den Spitaler Kletterwald so besonders?

MF: Es ist ein überschaubares Gelände. Wir haben eine Rückensicherung des Klettergeschirrs, das bedeutet, dass du deine Sicherung beim Durchgehen nicht siehst. Hat auch den Effekt, dass du die Elemente angreifst und benützt. Das macht viel aus bei der Höhe (Anm.: Im Durchschnitt 10 Meter Höhe). Zudem ist man jederzeit 2- oder auch 3-fach gesichert. Es ist “deppensicher” und es kann in Wahrheit nichts passieren. Da müsste schon Weihnachten und Ostern zusammenfallen.

SB: Welche Projekte folgen? Habt ihr Innovationen in nächster Zeit vor?

MF: Natürlich gibt es Pläne. Ein Ausbau und etwas Neues ist für die Menschen immer interessant und zieht an. Aber das ist immer eine finanzielle Frage. Voriges Jahr haben wir ja nicht nur die Hütte errichtet, sondern auch unseren Zwergerl-Parcours gebaut, der ist in einer Höhe von 1 – 1 1/2 Meter. Da brauchen auch die Eltern nicht mitklettern, sondern können nebenher sichernd mitgehen. Das ist bereits ab 3 Jahren möglich. Aber vorausschauend, ein Flying Fox Parcours (Anm.: Seilrutsche über eine weite Distanz, frei hängend) ist angedacht für die Zukunft.

SB: Würde ein breiteres touristisches Sommerangebot mehr Frequenz bringen ?

MF: Wir haben eine extrem geile Gegend. Nur vom Wandern alleine kommt nicht viel an Wertschöpfung herein. Es gäbe Pakete, wie in der Ramsau mit Badeteich, Bogenschießen, Kinder-Motocross etc. und darin eingebettet eben auch einen Kletterwald. Das wäre sicherlich für Spital auch eine Möglichkeit. Man kann den Tagesgast vom Winter sicherlich auch im Sommer holen. Von Wien aus ist es im Sommer wie im Winter ja gleich weit.

SB: Zu einem anderen Thema. Du bist ja Organisator vom Firmenlauf in Wr. Neustadt. Wie bist du dazu gekommen?

MF: Den Firmenlauf gibt es seit 17 Jahren und war damals der erste dieser Art. Die Firma die es vorher organisierte wollte nicht weitermachen und schrieb die Idee aus. Und da haben wir uns 2007 beworben und den Zuschlag erhalten. Eine Laufveranstaltung mit heuer 3360 Startern. 3er sowie 6er Teams, Laufen sowie auch Walken – 4,5 Kilometer Strecke. Der Grundgedanke ist eine gesundheitsfördernde Initiative von Firmen. Es gibt eine gemeinsame Vorbereitung und durch die Bewegung werden die Leute fitter, weniger krank und können mehr leisten in der Arbeit. Und als runden Abschluss für den Lauf selber gibt es eine große Läuferparty mit Livemusik.

Das Erfolgsrezept ist denke ich die Strecke, die für alle geeignet ist, ob Läufer oder Hobby-Sportler. Auch ohne Training.

SB: Abschließend, wen würdest du gern mal hier in den Kletterwald einladen? Wen würdest du gern das Klettern zeigen?

MF: Den Doctor. Valentino Rossi. (Anm.: 9-facher Moto-GP Weltmeister). Ich bin “Moped-deppat” und der Sport ist Faszination pur für mich. Für mich ein Ausnahmesportler und Weltmann.

SB: Danke für das Interview.

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