Spitaler des Monats

Auf der Suche nach dem großen WIR

Wir treffen zum Abschluss des Jahres, kurz vor Weihnachten, den 40-jährigen Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Mürztal Gerald Baierling. Der Familienmensch und auch erfolgreiche Bankmanager hat einen ganz besonderen Wunsch ans Christkind, lesen Sie selbst:

 

SpaS-Blog: Lieber Geri, wie schaut dein idealer Sonntag aus?

Gerald Baierling: Ich stehe um halb 7 auf. Auch wenn ich frei habe. Dann warte ich auf meine beiden Kinder. Im Sommer sitze ich in der Früh schon gern auf der Terrasse und dann wird den ganzen Tag etwas mit den Kindern unternommen. Im Sommer wenn möglich in den Pool und im Winter Ski fahren. Für mich ist das frühe Aufstehen am Sonntag wichtig. Der Tag endet dann mit dem Tatort.

 

SB: Du bist seit heuer Geschäftsleiter und mittlerweile auch einer der 3 Direktoren der Raiffeisenbank Mürztal. Mit 40 ist das schon eine steile Karriere. Wie hat sich deine berufliche Laufbahn innerhalb der Bank gestaltet?

GB: Angefangen habe ich am 1. März 1996 bei der Raiffeisenbank Gloggnitz. Der erste Tag hat gleich mal bis halb 7 am Abend gedauert. Ich bin heim gekommen und hab gesagt – Nein. Aber ich habe dann gedacht probieren wir es nochmal. Ich bin dann über mehrere Stationen in die Firmenkunden- und in die Kreditabteilung. Diese hätte ich übernehmen sollen und in dem Moment kam der Ruf aus Mürzzuschlag. Zuerst wurde ich gefragt ob ich in der Kreditabteilung hier anfangen möchte. Da ich auf den Sprung war diese in Gloggnitz zu übernehmen, sagte ich dafür ab. Daraufhin wurde mir der Geschäftsleiter-Posten angeboten. 2008 fing ich in Mürzzuschlag an, bis dahin bin ich von Spital raus gependelt. So war´s. Mit 1. November 2010 wurde ich Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Oberes Mürztal.

 

SB: Und zeitgleich hat sich das mit deiner Frau Claudia und den Kindern ergeben?

GB: Die Claudia habe ich kennengelernt gleich nach ihrem Vorstellungsgespräch im Jahr 2000. Ich weiß bis heute noch was sie an gehabt hat. Mittlerweile haben wir zwei wunderbare Söhne.

SB: Seit September 2016 gibt es die Raiffeisenbank Mürztal, die 4. größte Raiffeisenbank der Steiermark. Hast du da für uns Zahlen und Fakten, die wir wissen dürfen?

GB: Ja wir haben eine Bilanzsumme von ca. 450 Millionen € und ein Kundengeschäftsvolumen von 850 Millionen. Wir betreiben 10 Bankstellen mit 94 Mitarbeitern, inkl. Reinigungsdamen sind es 114 Personen. Das ist für mein Namensgedächtnis kein kleines Unternehmen. Wir sind in den letzten Monaten sehr stark zusammengewachsen. Wir investieren sehr viel ins Zusammengehörigkeitsgefühl. Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Das große Wir. Wir müssen wie beim Fußball – 11 mit Kader 15 mit Trainer 16 Leute – uns aufeinander verlassen können. Wenn du das Teamplaying nicht hast, dann funktioniert das nicht.

 

SB: Apropos Bankstellen: 2 Fragen dazu: Im neuen Jahr werden die Kundenöffnungszeiten in Spital auf den Vormittag beschränkt. 1. Warum hat sich das so entwickelt und 2. Kannst du eine Garantie abgeben ob die 10 Bankstellen in eurem Verband auch in Zukunft erhalten bleiben?

GB: Wir durchleuchten unsere Bankstellen sehr genau. Für die Barbewegungen die wir in den kleinen Bankstellen haben ist der Vormittag ausreichend. Die Kundenberatungen sind ja nach wie vor von 7-19 Uhr und das wird sich auch nicht ändern. Es werden nur die Kassenöffnungszeiten reduziert. Sowohl Monika Eicher als auch Katrin Wagner sind 12 Stunden täglich für Beratungsgespräche erreichbar. Das ist einfach ein Trend, durch Onlinebanking, etc. dem wir nachkommen.

Zur anderen Frage wie es in 5-10 Jahren aussieht? Das kann ich nicht sagen. Uns ist eine gewisse Diskretion sehr wichtig. Ich möchte nicht, dass man neben dem Paket aufgeben Kunden stehen hat, die gerade ihr Konto überziehen müssen, wie es in einigen Banken schon der Fall ist. Das ist nicht unser Geschäft. Sollten aber mehr EU-Gesetze kommen können wir vieles wahrscheinlich Kostentechnisch nicht erhalten. Wir müssen beispielsweise derzeit rein nur für rechtliche Angelegenheiten 3 Personen anstellen um das Hand zu haben.

 

SB: Wahrscheinlich auch der Grund für die Fusion, damit man die Vorgaben erfüllen kann und die Personen nicht im aktiven Geschäft fehlen.

GB: Einerseits das und andererseits die Stärke aus beiden Banken. Wir haben nicht wegen des Sparens zusammengelegt, sondern wir wollten die Stärken der beiden Banken zusammenbringen. Wir waren stark im Finanzierungsbereich die Kollegen im Mittleren Mürztal im Veranlagungsbereich.

SB: Zurück zu Spital: Ihr seid als Bank im gesellschaftlichen Leben sehr stark verwurzelt. Ihr seid nicht nur vom Wintersportverein Hauptsponsor sondern unterstützt auch andere Vereine sehr stark. Ist das ein Anliegen der Bank oder im Speziellen von dir persönlich auch?

GB: Für mich ist die Region generell wichtig, das hat auch nicht unbedingt mit der Bank zu tun. Ich bin eben gerade in einer Position wo ich diese Unterstützungen für die Region verteilen kann und das freut mich. Aber ich denke mir, dass wir aus unserer Region viel mehr machen könnten. Im Sommertourismus kann man noch viel mehr machen aber da stoße ich leider oft auf taube Ohren. Ich möchte, dass die Region auflebt. So wie die Region Vulkanland (Anm.: Region Südoststeiermark) an einem Strang zieht. Der Vulkano-Schinken ist von der Qualität her auch nicht besser, als das was ich beim Zimmermann Hans kaufen kann, aber es ist der Namen und die Marke. Trotz dem dass es nicht direkt meine Heimat ist, bin ich sehr heimatverbunden.

 

SB: Wir sind kurz vor Weihnachten: Du dürftest dir etwas wünschen. Was würdest du dir bzw. für deine Kinder wünschen wie ihre Zukunft aussehen soll?

GB: Ich wünsche mir, dass es für meine Kinder genau so bleibt wie es ist. Wenn man sich die Berichte von Berlin, Zürich etc. ansieht, dann kommt mir das Grausen. Ich bin als Junger überall hin geflogen und ich dachte mir nie da wird etwas passieren. Ich wünsch mir für meine Kinder im Besonderen, dass sie einfach Ski fahren gehen können, alleine. Ohne dass man sich viele Gedanken machen muss. Dieses Gefühl des Frei-seins. Ich engagiere mich ja auch im FC Steinhaus. Aber nicht wegen dem Spielen allein. Sondern wegen der Kinder, das liegt mir wirklich am Herzen. Mir taugt es natürlich wenn wir spielen und gewinnen aber wenn ich dann 10-15 Kinder im Anschluss sehe die ihren Spaß haben und herumrennen dann taugt mir das. Die lernen dort das Vereinsleben, des Gesellschaftliche. Es schafft nicht einer etwas, die Gemeinschaft bringt etwas zusammen, allein bist du eben auf weiter Flur. Um das geht´s.

 

SB: Abschließende Frage Geri, mit dem würdest du gern Ski fahren gehen?

GB: Mit Marcel Hirscher inkl. anschließendem Einkehrschwung

 SB: Danke für das Interview.

 

 

 

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