Gemeinderatswahl 2020

“Ein Kreisverkehr wäre die Lösung”

Der 57-jährige Helfried Hirsch ist der Spitzenkandidat der ÖVP Spital-Steinhaus für die bevorstehende Gemeinderatswahl. Der Bezirksförster der BH Bruck-Mürzzuschlag ist seit 1996 im Gemeinderat sowie seit 2005 Gemeindekassier und ÖVP-Ortsparteiobmann.

SpaS-Blog: Was würdest du als Bürgermeister anders machen und was gleich?

Helfried Hirsch: Ich würde zumindest das gleich machen, dass ich sehr in Richtung Bevölkerung arbeite. Besser machen würde ich: Mehr Projekte in Richtung Betriebsansiedelungen sowie die Einführung und Optimierung von Förderungen. 

SB: Warum soll man Helfried Hirsch und die ÖVP wählen?

HH: Ich habe den Eindruck, dass in den letzten Jahren in gewisse Richtungen wenig vorangegangen ist und in gewisse Richtungen mehr. Das würde ich ausgleichen. Eben mehr in Hinblick Wirtschaft, Landwirtschaft und Gewerbebetriebe. Das wäre mein Augenmerk. Auch mehr in die Infrastruktur wie zB im Kaltenbachgraben. Wir fordern hier seit Jahren ein besseres Verkehrskonzept.

SB: Mit Verkehrskonzept sprichst du nur den Kaltenbachgraben oder das gesamte Gemeindegebiet an?

HH: In erster Linie schon für die gesamte Gemeinde, aber speziell den Kaltenbachgraben und das vor allem im Winter. Ein Gehweg entlang des Kaltenbachs – damit die Skifahrer und die Einheimischen nicht auf der Straße gehen müssen. Ich würde auch sehr darauf plädieren, dass die Zufahrt für Busse in den Kaltenbachgraben beschränkt wird. Bei starken Tagen wäre auch ein Zufahrtsverbot denkbar. Schließlich können sie auch bei der Talstation parken.

SB: Glaubst du, dass sich die Bergbahnen Stuhleck dazu überreden lassen?

HH: Schwer, solange die Liftanlage – die 4er-Sesselbahn – in der Art und Weise besteht. Wenn eine neue Liftanlage gebaut wird, kann man sicher darüber reden. Die Beschränkung bzw. das Verbot soll nicht an allen Tagen gelten, sondern zu den Hotspots – wie die Tage nach Weihnachten.

SB: Wie siehst du sonst die Verkehrslage im Ort?

HH: Im Bereich der Volksschule sollte man anders agieren. Viele Eltern haben sich beschwert, dass im Winter sehr viel Verkehr rund um die Volksschule herrscht. Daher war vor kurzem eine Dame vom Kuratorium für Verkehrssicherheit vor Ort. Die Grundessenz daraus waren zwei Tafeln und 30er-Markierungen auf dem Boden. Das ist unserer Ansicht nach zu wenig.

SB: Was würdest du bzw. ihr vorschlagen?

HH: Wir hatten bereits eine Einbahnregelung rund um die Volksschule. Ich glaube, diese hat sich bewährt.

SB: Welche weiteren konkreten Projekte möchtest du und die ÖVP umsetzen?

HH: Wir haben die Idee der FPÖ sehr wohlwollend aufgenommen, dass die Kreuzung beim Spar in Grautschenhof ein Thema ist. Da hätten wir einen Lösungsansatz: Ein Kreisverkehr. Damit würde man diese schwierige und gefährliche Kreuzung, bei der es bereits sehr viele teils schwere Unfälle gegeben hat, entschärfen. Man muss natürlich noch mit Leuten vom Fach reden. Ein positives Beispiel ist hier der Lendl-Kreisverkehr in Mürzzuschlag, hier wurde die Verkehrssicherheit sichtlich erhöht.

SB: Wie würdest du als Bürgermeister versuchen dieses Projekt zu verwirklichen?

HH: Ich würde an den zuständigen Landesrat herantreten und das mit starker Vehemenz einfordern. Es gibt in der Steiermark so viele Kreisverkehre, wo man sich fragt, ob die notwendig sind, und bei dieser gefährlichen Kreuzung ist keiner.

SB: Wie verändert der Semmering-Basistunnel unseren Ort? Wo siehst du die positiven Aspekte und wo die negativen?

HH: Die Lärmbelastung durch den Eisenbahnverkehr ist enorm. Es fahren mehr als 200 Züge pro Tag, in der Nacht sind es großteils Lastenzüge. Diese sind dann mit einem Schlag weg. Die Ghega-Bahn wird ja dann nur mehr zu Nostalgiefahrten und vom Regionalverkehr genützt. Wir haben immer Probleme bei der Raumordnung durch den Lärmkataster der Südbahn, diese wird dann wahrscheinlich wegfallen. Eine weitere positive Auswirkung ist der Geldsegen durch die Kommunalsteuern.

SB: Und das negative…

HH: Die andere Seite ist die Staub- und Lärmbelastung für viele Bürger. Solange wir denen unter die Arme greifen und unterstützen können, sollte man das als Gemeinde tun – damit sich die Belastungen in Grenzen halten.

SB: Du hast das zusätzliche Geld der Kommunalsteuern angesprochen, was soll man mit diesem Geld tun?

HH: Man sollte investieren und schauen, dass man vieles an Infrastruktur schafft und das haben wir auch gemacht. Das hat die ÖVP auch immer mitgetragen. Es gäbe aber auch Möglichkeiten, mit denen man gewisse Gelder in Richtung Gewerbebetriebe bringen kann. Ich möchte nicht wieder in ein Loch fallen, wie es damals nach dem Ende der Autobahntunnel-Baustelle war und wir als Gemeinde einige Jahre Zuschussgemeinde des Landes waren.

SB: Was hältst du von deinen beiden Mitstreitern?

HH: Mit dem Reinhard bin ich bereits in die Hauptschule gegangen. Ich bin mit ihm in einem sehr guten Einklang. Wir sind logischerweise ideologisch nicht einer Meinung, das ist eben so – aber ich kann mit ihm sehr gut verhandeln. Mit dem Andi habe ich auch ein gutes Verhältnis, wie ich politisch mit ihm auskomme, kann ich noch nicht sagen.

SB: Wo siehst du die großen Probleme einer kleinen Gemeinde wie Spital?

HH: Ich sehe das größte Problem in der Abwanderung, da wir kaum Arbeitsplätze haben. Und ich habe die größten Bedenken in Bezug auf die Volksschule. Nachdem Mürzzuschlag ihre Volksschule so groß umgebaut und adaptiert hat, habe ich schon starke Bedenken – und ich hoffe, dass es nicht eintritt – dass der Zugriff der Mürzzuschlager auf die Volksschule Spital erfolgen wird.

SB: Und noch ein Fakt zum Abschluss des Gesprächs: Prozentual hat Spital steiermarkweit die meisten Zweitwohnbesitzer. Wie siehst du das?

HH: Teils teils. Ich glaube, dass die Zweitwohnbesitzer uns einen kulturellen Austausch bringen. Viele wohnen zwar großteils bei uns, wollen sich aber nicht ummelden. Viele Wiener wollen nicht den Zugang zum AKH, ihre Gemeindewohnung oder das Parkpickerl verlieren. Die ausländische Bevölkerung, die sich bei uns zusehends einkauft, sehe ich ganz gelassen. Die leisten ihren Obolus, sind harmlos – das höre ich auch von Gemeindemitarbeitern. Die zahlen ihre Umlagen ohne Probleme und regen sich auch nicht gleich bei gewissen Dingen auf.

SB: Und das negative…

Negativ ist natürlich, dass unsere Bevölkerungszahl dadurch hinterherhinkt. Wenn wir die Zweitwohnbesitzer überreden könnten, sich hier zu melden, um sie damit auf unser Konto zu schreiben, wäre das eine positive Sache.

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